Sieben Jeansgeschichten

Sie ist bereits 140 Jahre alt und stets auf den großen Catwalks anzutreffen: Die klassische Jeanshose gehört zur Standardausstattung eines jeden Kleiderschranks. In über einem Jahrhundert Lebenszeit haben sich einige Geschichten über und mit der Jeans angehäuft. Wir stellen euch sieben von ihnen vor.

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1. Libertéégalitéfraternité

So kennt man die Schlagwörter der Französischen Revolution, die noch bis heute im Hexagon gelten. Daneben zeichnen sich Franzosen auch durch ein stilsicheres Modebewusstsein aus. Dass genau dabei die Gleichheit von Frau und Mann bis vor Kurzem noch nicht galt, ist wohl nur den wenigsten Menschen bewusst. Denn Frauen im Land der Rotweine dürfen erst seit dem 1. Februar 2013 Hosen tragen ohne vorher die Polizei um Erlaubnis gefragt zu haben. Was nach einem Aprilscherz klingt, ist jedoch die Wahrheit: Die Rockpflicht wurde erst vor zwei Jahren abgeschafft. Natürlich hielten die französischen Damen bereits seit der burschikosen Eroberung der Modewelt durch Coco Chanel nicht mehr viel von dieser Pflicht – die Klausel wurde jedoch erst 2013 offiziell im Gesetz geändert.

2. Der tiefere Sinn einer Hose

Der sozialistische Osten wollte nichts mit Produkten aus dem kapitalistischen Westen zu tun haben. Doch um eine Sache kamen sie nicht herum: die Bluejeans. Zu DDR-Zeiten war die Jeans ein Anlass für Schulverweise und Hausverbote. Die Hose konnte sich erst in den 80er Jahren etablieren, nachdem auch in Ostdeutschland Jeans produziert wurden. Die Ost-Jugend mochte ihre Hausmarken wie Shanty oder Boxer – trotz offensichtlicher Anlehnung an englische Namen – nicht gern und wartete lieber auf ein Paket der Familie aus dem Westen mit einer originalen Markenjeans.

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3. Ein Mann, eine Hose

Er ist der Mann, der das Design von Elektrogeräten perfektioniert hat und nebenbei auch technische Revolutionen schaffte: Steve Jobs. Der im Jahr 2011 verstorbene Apple-Gründer, liebte jedoch nicht nur den angebissenen Apfel, sondern auch ein Kleidungsstück besonders. Egal, ob zu Geschäftsterminen, Pressekonferenzen oder auf privaten Aufnahmen: Steven Jobs verließ das Haus nie in etwas Anderem, als in einer klassischen Levi‘s Jeans, Modell 501.

4. Ikone der Weiblichkeit in Männerhosen

Als sich Norma Jean Baker, die als Marilyn Monroe bekannt wurde, 1945 auf einer kalifornischen Farm in Bluejeans fotografieren ließ, war das nicht nur eine Provokation, sondern auch eine Revolution. Eine Frau in einer robusten Männerhose, die eigentlich zum Arbeiten gedacht war – das beeindruckte viele Frauen zur damaligen Zeit und stiftete zum Nachmachen an.

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5. Die Frau, die Hosen salonfähig machte

Die Filmikone Marie Magdalene Dietrich, als Marlene Dietrich bekannt, sorgte sogar noch vor Kollegin Marilyn Monroe für einen Jeansskandal: Bereits in den 1930er Jahren trug die Schauspielerin das verbotene Kleidungsstück. Im Jahre 1930 traute sie sich in ihrem Film „Marokko“ als allererste Frau eine Hose in einem Spielfilm zu tragen. Marlene Dietrich befreite sich vom damals geltenden Rockzwang und entschied sich als emanzipierte Frau für ihre Unabhängigkeit bei der Kleidungswahl. Hohe Taille, weiter klassischer Schnitt, angelehnt an Anzugshosen: Die typische Marlenehose wird bis heute noch so genannt.

6. Die Hose, die vom Po rutscht

Egal ob Indie-Rocker, Pop-Ikonen oder Heavy-Metal-Anhänger: Jede Musikrichtung trägt ihre Jeans auf ganz eigene Weise. Trotzdem ist die Baggy Pants das wohl bekannteste Symbol einer Musikrichtung. Ohne die tief sitzende, sehr weite Hose, geht kein Hip Hopper auf die Straße. Dabei stammt der Stil aus US-Gefängnisse: Neuen Gefangenen wurden die Gürtel von den Insassen abgenommen, mit welchen erstere oftmals Selbstmord verübten. Dadurch rutschten die Hosen der Neuankömmlingen tiefer und konnten sich über Zeit zuerst in der Rap-Welt, später weltweit etablieren.

7. Ein Ex-Präsident in Jeans

2007 besuchte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel den damaligen US-Präsidenten George W. Bush auf seiner Ranch in Texas. Der gebürtige Texaner machte sich dabei nicht viel aus Smoking und Fliege. Stattdessen begrüßte er die deutsche First Lady im kurzärmligen Hemd und Jeanshose. Dieses Auftreten sorgte damals für reichlich Gesprächsstoff.

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