Vom Vermissen und Vermessen

Bevor du die Bestellung deiner Selfnation-Jeans abschicken kannst, heisst es: Vermiss dich! – oder doch eher vermesse dich!? Welcher Ausdruck ist eigentlich korrekt? Und wieso? Wir haben uns in die Grammatikbücher gestürzt und Antworten gefunden.

Erstaunlich viele Leute sind besorgt um unsere Kenntnisse der deutschen Grammatik. Wir werden jeweils – mal freundlich, mal weniger freundlich – darauf hingewiesen, dass es «vermess dich!» und nicht  «vermiss dich!» heisst, wenn wir unsere Kunden einladen, das Massband an Taille, Bein und Knöchel zu legen und sich abzumessen. Denn es müsse doch wohl, wird argumentiert, ein sonderbarer Zustand sein, wenn man sich nach sich selbst sehnt. Durchaus, das fänden wir auch etwas speziell.

Dennoch können wir Entwarnung geben: Die Sorge um unser Sprachgefühl ist gänzlich unbegründet. Dies kann auch der geschätzte Herr Duden versichern: «vermiss dich!» ist der Imperativ, 2. Pers. Sing. vom Verb «sich vermessen».

Duden_vermiss_dich
Screenshot: duden.de

Doch weshalb ist das eigentlich so? Wir möchten dich nicht mit einer leeren Behauptung abspeisen und begaben uns deshalb auf Spurensuche in die Tiefen der deutschen Grammatik.

Kleiner Abstecher in die deutsche Grammatik

Beim Wort «messen» und damit auch bei «vermessen» handelt es sich gemeinerweise um ein starkes Verb, wie beispielsweise auch bei «sein», «lesen» oder «fliegen». All diese Verben zeichnen sich dadurch aus, dass sie bei der Flexion, der Beugung also, nicht den gleichen Regeln gehorchen wie schwache Verben – wir schreiben zwar «ich spielte» oder «ich kaufte», nicht jedoch «ich seinte, leste, fliegte».

In Bezug auf die Imperativkonstruktion bedeutet dies, dass der Stammvokal (bei «messen» ist dies das erste «e») verändert wird. Dies führt dazu, dass wir eben nicht vermesse, sondern vermiss dich! sagen.

Unser Wort hier ist übrigens kein Einzelfall, nur vielleicht nicht so geläufig wie die folgenden Beispiele:

Dem Kind sagen wir ja auch nicht: «Ess dein Gemüse auf! Nehm den Ellenbogen vom Tisch! Geb mir bitte die Butter! Helf mir doch mit dem Abwasch!» tweet

Aber weshalb sollst du dich denn nun überhaupt vermessen?

Nur mit deinen genauen Massangaben können wir dir eine perfekt auf deinen Körper abgestimmte Massjeans schneidern. Und so funktioniert’s:

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  1. Wähle deinen Stil – für Männer oder Frauen: Schnitte von slim bis straight fit, high waist oder low waist und diverse Farben stehen dir zur Auswahl.
  2. Vermiss dich: Wir benötigen acht Massangaben von dir. Und wenn du gerade kein Massband zur Hand hast, schicken wir dir eines kostenlos zu.
  3. Virtueller Spiegel: Prüfe am 3D-Modell die Passform deiner Jeans.
  4. Produktion nach Mass: In traditionellem Schneiderhandwerk wird deine Jeans anhand der eingegebenen Masse im Tessin und Bayern mit den besten Materialien gefertigt.
  5. Lieferung zu dir: 14 Tage später liegt deine Mass-Jeans bei dir im Briefkasten.

 

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